Energie durch Entwicklung
Glossar

VUCA

Ihr plant für drei Jahre, und in sechs Monaten stimmt die Hälfte der Annahmen nicht mehr.

Victoria Beckers 1 Min. Lesezeit

VUCA ist ein Akronym aus vier englischen Begriffen, mit denen sich beschreiben lässt, warum klassische Planung an Grenzen stößt.

Volatility, Volatilität. Die Dinge schwanken stärker und schneller als früher.

Uncertainty, Unsicherheit. Vergangene Erfahrung sagt immer weniger über die Zukunft.

Complexity, Komplexität. Zu viele Faktoren wirken aufeinander, um sie durchzurechnen.

Ambiguity, Mehrdeutigkeit. Dieselbe Information lässt mehrere Deutungen zu.

WARUM ICH DEN BEGRIFF TROTZDEM SPARSAM BENUTZE

Weil er inzwischen mehr behauptet als beschreibt. In vielen Präsentationen dient VUCA als Begründung dafür, warum ein Vorhaben nicht geklappt hat. Lieber eine stramme Behauptung als ein schlapper Beweis, und genau so wirkt der Begriff, wenn er ohne konkreten Anschluss fällt.

Nützlich wird er dort, wo eine Geschäftsführung ihn benutzt, um eine Entscheidung zu ändern. Also weg vom Dreijahresplan hin zu kürzeren Zyklen, weg von der einen richtigen Antwort hin zu mehreren Szenarien, weg vom Warten auf vollständige Information hin zu Entscheidungen unter Unsicherheit.

WAS AN VUCA TATSÄCHLICH ARBEITET

Für mich hat der Begriff einen Wert, und er liegt nicht in der Beschreibung der Welt. Er liegt darin, dass er Führungskräften erlaubt, Unsicherheit auszusprechen, ohne als schlecht vorbereitet zu gelten.

Und er verbindet sich mit dem Modell, das ich in Veränderungsprozessen ständig brauche. Je stärker die vier Faktoren wirken, desto tiefer und länger das Tal in der Veränderungskurve, weil Menschen mit weniger Orientierung durch den Prozess gehen.

WAS DER BEGRIFF NICHT MEINT

VUCA ist keine Entschuldigung. Volatilität erklärt eine verpasste Prognose, sie erklärt keine fehlende Entscheidung.

Es ist auch keine neue Erfindung. Der Begriff kommt aus dem militärischen Umfeld der späten 1980er Jahre. Neu ist die Verbreitung, nicht das Phänomen.

Und es beschreibt keinen Zustand, der wieder vorbeigeht. Wer darauf wartet, dass es ruhiger wird, plant für eine Welt, die es nicht mehr gibt.

Und jetzt?

Wer auf ruhigere Zeiten wartet, plant für eine Welt, die es nicht mehr gibt. Wenn Eure Planung regelmäßig nach sechs Monaten kippt, lass uns eine halbe Stunde sprechen.

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