Energie durch Entwicklung
Glossar

DISG

Deine Kollegin will vor jeder Entscheidung noch drei Zahlen sehen, und Du wolltest gestern loslegen.

Victoria Beckers 1 Min. Lesezeit

DISG beschreibt Verhaltenspräferenzen. Es fragt danach, wie jemand in einer bestimmten Situation typischerweise handelt, und ordnet das entlang von zwei Achsen: extrovertiert oder introvertiert, und aufgabenorientiert oder menschenorientiert. Daraus ergeben sich vier Ausrichtungen.

Das Modell geht auf den Psychologen William Marston aus den 1920er Jahren zurück, John G. Geier hat daraus das Profil entwickelt.

DIE VIER AUSRICHTUNGEN

Die vier Ausrichtungen und ihre Mischungen im DISG-KreisEin Kreis mit vier Feldern in der Mitte. D steht für dominant, aufgabenorientiert und extrovertiert. I steht für initiativ, menschenorientiert und extrovertiert. S steht für stetig, introvertiert und menschenorientiert. G steht für gewissenhaft, introvertiert und aufgabenorientiert. Zwischen den Feldern liegen die Mischungen DI, IS, GS, GD.aufgabenorientiertextrovertiertextrovertiertmenschenorientiertextrovertiertmenschen-orientiertintrovertiertmenschenorientiertintrovertiertintrovertiertaufgabenorientiertaufgaben-orientiertkontrollierendistanzierenkontrollierenkontrollierenverbündenverbündenverbündenanpassenanpassendistanzierenanpassendistanzierenDdominantIinitiativSstetigGgewissenhaftDIISGSGD
Die vier Ausrichtungen und ihre Mischungen im DISG-Kreis

D wie dominant. Aufgabenorientiert und extrovertiert. Will Herausforderungen annehmen und gewinnen, achtet auf Ergebnis, Unabhängigkeit und Kontrolle. Entschlossen, direkt, hartnäckig. Übersieht dabei leicht Risiken und die Gefühle anderer.

I wie Initiativ. Extrovertiert und menschenorientiert. Will überzeugen und beeinflussen, achtet auf Kontakt und Anerkennung. Begeisternd, gesprächig, spontan. Bringt Dinge dafür nicht immer zu Ende.

S wie stetig. Menschenorientiert und introvertiert. Will unterstützen und für geordnete Beziehungen sorgen, achtet auf Harmonie und Stabilität. Loyal, geduldig, verlässlich. Wehrt sich gegen Veränderungen und wartet mit der Initiative.

G wie gewissenhaft. Introvertiert und aufgabenorientiert. Will Fehler vermeiden, achtet auf Struktur, Genauigkeit und Qualität. Analytisch, systematisch, gründlich. Verstrickt sich dafür in Details.

WAS DAS MODELL NICHT MEINT

Es sortiert keine Menschen in Schubladen. Jeder Mensch trägt Anteile aller vier Ausrichtungen in sich, und der Arbeitsstil hängt zusätzlich von Erfahrung, Werdegang und persönlicher Reife ab.

Es bewertet auch nicht. Alle vier sind gleich wertvoll, und jedes Team braucht alle vier.

Und es ist kein Eignungstest. Wer DISG in der Personalauswahl als Ausschlusskriterium einsetzt, benutzt es falsch.

Das wichtigste: Es geht nicht um die Stigmatisierung von Menschen im Sinne von „Ich bin so!“, sondern um das Verstehen unterschiedlicher Verhaltenspräferenzen und Prioritäten im Sinne von „Ich neige besonders zu …“.

WOFÜR ICH ES EINSETZE

Ich bin für DISG zertifiziert und setze es häufig ein, vor allem in der Team- und in der Führungskräfteentwicklung. Von allen Instrumenten in meinem Koffer ist es das, bei dem der Groschen am schnellsten fällt.

Und jetzt?

Was Dich an Deiner Kollegin stört, ist meistens die Eigenschaft, die Euer Ergebnis rettet. Wenn Ihr Eure Zusammenarbeit sortieren wollt, lass uns eine halbe Stunde sprechen.

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