Energie durch Entwicklung
Glossar

Konfliktstile nach Thomas und Kilmann

Du gehst aus jedem Konflikt gleich heraus, und zwar egal, worum es ging.

Victoria Beckers 2 Min. Lesezeit

Kenneth Thomas und Ralph Kilmann beschreiben, wie Menschen sich in Konflikten verhalten. Sie spannen dafür zwei Achsen auf: wie stark jemand die eigenen Belange verfolgt, und wie stark er die Belange des anderen berücksichtigt. Daraus ergeben sich fünf Stile.

Keiner davon ist der richtige. Der richtige ist der, der zur Lage passt.

DIE FÜNF STILE

Die fünf Stile auf den beiden AchsenZwei Achsen: eigene Belange schwach verfolgt bis eigene Belange stark verfolgt, Belange des anderen stark berücksichtigt bis Belange des anderen wenig berücksichtigt. Entgegenkommen Eigene Belange zurückstellen zugunsten des anderen; Kooperieren Beide Seiten ernst nehmen und gemeinsam nach einer Lösung suchen; Vermeiden Weder die eigenen noch die fremden Belange verfolgen; Konkurrieren Eigene Belange durchsetzen, auch auf Kosten des anderen.Belange des anderen stark berücksichtigtBelange des anderen wenig berücksichtigteigene Belangeschwach verfolgteigene Belangestark verfolgtEntgegenkommenEigene Belange zurückstellenzugunsten des anderenKooperierenBeide Seiten ernst nehmen undgemeinsam nach einerLösung suchenVermeidenWeder die eigenen noch diefremden Belange verfolgenKonkurrierenEigene Belange durchsetzen,auch auf Kosten des anderenKompromiss schließenDen mittleren Weg finden, beide geben etwas ab
Die fünf Stile auf den beiden Achsen

Konkurrieren. Eigene Belange durchsetzen, auch auf Kosten des anderen. Passt im Notfall, bei schnellen Entscheidungen und bei unpopulären Maßnahmen, die jemand vertreten muss. Braucht Auseinandersetzungsfähigkeit.

Entgegenkommen. Eigene Belange zurückstellen zugunsten des anderen. Passt, wenn Dir die Sache wenig und die Beziehung viel bedeutet, wenn Du Vernunft zeigen oder Frieden stiften willst. Braucht die Fähigkeit, eigene Wünsche zurückzunehmen.

Vermeiden. Weder die eigenen noch die fremden Belange verfolgen, dem Konflikt ausweichen. Passt bei geringer Bedeutung, zum Spannungsabbau und um Zeit zu gewinnen. Braucht die Fähigkeit, sich zurückzuziehen, ohne zu verschwinden.

Kooperieren. Beide Seiten ernst nehmen und gemeinsam nach einer Lösung suchen, die beides berücksichtigt. Passt, wenn beide Anliegen wichtig sind, wenn Ihr voneinander lernen wollt und wenn die Beziehung weitergehen soll. Braucht Zuhören, Verstehen, Mitfühlen. Und Zeit.

Kompromiss schließen. Den mittleren Weg finden, beide geben etwas ab. Passt bei mittlerer Bedeutung, gleicher Machtverteilung und unter Zeitdruck. Braucht Verhandlungsgeschick.

WAS DAS MODELL NICHT MEINT

Es meint nicht, dass Kooperieren immer die beste Wahl ist. Wer bei jedem Detail den großen gemeinsamen Weg sucht, blockiert die Organisation.

Es meint auch nicht, dass Vermeiden feige ist. Manches ist es nicht wert.

Und es beschreibt keinen Charakter. Es beschreibt ein Verhalten, das sich ändern lässt.

WORAUF ICH IN DER PRAXIS GUCKE

Fast jeder Mensch hat einen Lieblingsstil, den er unabhängig von der Lage einsetzt. Das ist der eigentliche Befund.

Die Führungskraft, die immer konkurriert, gewinnt jede Auseinandersetzung und verliert nach zwei Jahren ihre besten Leute. Die, die immer entgegenkommt, hat ein sehr angenehmes Team und keine Linie. Und die, die immer vermeidet, erlebt jeden Konflikt zweimal, einmal jetzt in klein und einmal in einem Jahr in groß.

Da ist bei den meisten noch Luft nach oben, und zwar nicht beim Lieblingsstil. Sondern bei den vier anderen.

Und jetzt?

Der Lieblingsstil ist selten das Problem. Die vier ungeübten sind es. Wenn Du Dein Repertoire erweitern willst, lass uns eine halbe Stunde sprechen.

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