Review
Ihr habt vier Wochen gearbeitet, und beim Zeigen stellt sich heraus, dass der Auftraggeber etwas anderes gemeint hat.
Ein Review ist die Abnahme eines Arbeitsergebnisses gemeinsam mit denen, für die es gemacht wurde. Das Team zeigt, was entstanden ist, die Beteiligten sagen, ob es passt, und daraus entsteht die Richtung für den nächsten Abschnitt.
DER UNTERSCHIED ZUR RETROSPEKTIVE
Diese beiden Formate werden regelmäßig verwechselt, und die Verwechslung kostet beide ihre Wirkung.
Im Review geht es um das Ergebnis. Wer sitzt dabei: das Team und die Beteiligten von außen, also Auftraggeber, angrenzende Bereiche, im besten Fall Nutzer. Die Frage lautet: Ist das richtig, was wir gebaut haben?
In der Retrospektive geht es um die Zusammenarbeit. Wer sitzt dabei: nur das Team. Die Frage lautet: Wie haben wir zusammengearbeitet, und was ändern wir?
Der häufigste Fehler in der Praxis: Beide Formate werden zu einem Termin zusammengelegt. Was dann passiert, ist vorhersehbar. Solange Außenstehende im Raum sind, sagt niemand ein ehrliches Wort über die eigene Zusammenarbeit.
WAS IN EIN REVIEW GEHÖRT
- Das tatsächliche Ergebnis, gezeigt und nicht beschrieben
- Rückmeldung von denen, die damit arbeiten sollen
- Die Entscheidung, was als Nächstes ansteht
- Und was ausdrücklich nicht hineingehört: die Frage, wer woran schuld ist
WAS DER BEGRIFF NICHT MEINT
Ein Review ist keine Präsentation. Wer dort Folien zeigt statt Ergebnisse, hat den Zweck verfehlt.
Es ist auch keine Prüfung des Teams. Bewertet wird das Ergebnis, nicht die Leistung einzelner Menschen.
Und es ist keine Formalie. Ein Review, in dem nie etwas beanstandet wird, ist ein Termin ohne Erkenntnis. Haken drüber, weiter im Text, und vier Wochen später kommt derselbe Einwand zurück, nur teurer.