Energie durch Entwicklung
Glossar

Teamphasen nach Tuckman

Euer neues Team arbeitet seit sechs Wochen zusammen, und seit letzter Woche knirscht es überall.

Victoria Beckers 2 Min. Lesezeit

Bruce Tuckman hat 1965 beschrieben, welche Phasen eine Gruppe durchläuft, bis sie gut zusammenarbeitet. 1977 hat er gemeinsam mit Mary Ann Jensen eine fünfte Phase ergänzt.

Der Nutzen des Modells liegt nicht in der Beschreibung. Er liegt darin, dass es die zweite Phase zur Normalität erklärt statt zum Alarmsignal.

DIE FÜNF PHASEN

Die fünf Phasen als Kreis — ein neues Mitglied setzt das Team zurück an den AnfangEin Kreis aus 5 Abschnitten, im Uhrzeigersinn zu lesen. Forming: höflich und, ein bisschen distanziert, Jeder sucht seinen Platz; Storming: Machtkämpfe, Cliquenbildung, Widerstand gegen die, entstehende Struktur; Norming: Die Gruppe akzeptiert sich, Kooperation wird möglich, gemeinsame Regeln entstehen; Performing: Das Team konzentriert, seine Kraft auf die Aufgabe, Problemlösemaschine; Adjourning: Der Auftrag ist erledigt, die Beziehungen lockern sich, Trauer stellt sich ein.Forminghöflich undein bisschen distanziertJeder sucht seinen PlatzStormingMachtkämpfe, CliquenbildungWiderstand gegen dieentstehende StrukturNormingDie Gruppe akzeptiert sichKooperation wird möglichgemeinsame Regeln entstehenPerformingDas Team konzentriertseine Kraft auf die AufgabeProblemlösemaschineAdjourningDer Auftrag ist erledigtdie Beziehungen lockern sichTrauer stellt sich ein
Die fünf Phasen als Kreis — ein neues Mitglied setzt das Team zurück an den Anfang

Forming. Alle sind höflich und ein bisschen distanziert. Jeder sucht seinen Platz, testet Grenzen aus und guckt, wie es hier läuft, mit Pausen, mit Feierabend, mit privaten Sätzen zwischendurch. Die Gruppe hängt stark an der Teamleitung und braucht klare Vorgaben.

Storming. Machtkämpfe, Cliquenbildung, Widerstand gegen die entstehende Struktur. Kritik wird geäußert und nicht immer gehört. Die unangenehmste und die wichtigste Phase.

Norming. Die Gruppe akzeptiert sich und die Eigenarten ihrer Mitglieder. Kooperation wird möglich, Konkurrenz tritt zurück, gemeinsame Regeln entstehen.

Performing. Das Team konzentriert seine Kraft auf die Aufgabe. In meinen Unterlagen steht dafür der Ausdruck Problemlösemaschine.

Adjourning. Der Auftrag ist erledigt, die Beziehungen lockern sich. War das Performing ein Erfolg, stellt sich Trauer ein.

WAS DAS MODELL NICHT MEINT

Es meint nicht, dass die Phasen einmal durchlaufen werden und dann erledigt sind. Ein neues Mitglied, eine neue Führungskraft oder eine Reorganisation wirft ein Team zurück, oft bis ins Forming.

Es meint auch nicht, dass Storming ein Zeichen für ein schlechtes Team ist. Ein Team, das diese Phase überspringt, hat sie nicht vermieden. Es hat sie vertagt, und dann kommt sie in einem Jahr zurück, nur ohne Anlass und mit mehr Wucht.

WAS DAS FÜR DICH ALS FÜHRUNGSKRAFT HEISST

Die Führungsaufgabe ist in jeder Phase eine andere, und das ist die eigentliche Aussage des Modells.

Im Forming brauchst Du Klarheit über Richtung und Struktur. Zurückhaltung wirkt hier wie Orientierungslosigkeit.

Im Storming ist Deine Aufgabe, den Prozess auszuhalten und die Unstimmigkeiten von der Gruppe bearbeiten zu lassen, statt sie zuzudecken. Das ist die Phase, in der die meisten Führungskräfte eingreifen und damit alles verlängern. Wenn man anfängt zu rühren, weiß man nicht, an welcher Stelle es unverhofft blubb macht, und genau das gehört dazu.

Im Norming kannst Du Dich zurücknehmen und Verantwortung abgeben.

Im Performing beobachtest Du, gibst Rückmeldung und lieferst anspruchsvollere Aufgaben.

Im Adjourning wirst Du zur Zeremonienmeisterin. Bilanz ziehen, Erfahrungen sichern, Abschied gestalten.

Und jetzt?

Ein Team, in dem es knirscht, ist meistens auf dem richtigen Weg. Wenn bei Euch eine neue Konstellation zäh läuft, lass uns eine halbe Stunde sprechen.

Termin vereinbaren

Zurück zur Glossar-Übersicht